Zum Hauptinhalt springen
Seminare

Schutzkonzepte

Kursinformationen

Format: Online oder in Präsenz

Dauer: Prozessbegleitend

Abschluss: individuelles Schutzkonzept

Beschreibung

Institutionelle Schutzkonzepte dienen dem Schutz von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen. Die Grundstruktur von Schutzkonzepten ist einheitlich, die individuelle Ausgestaltung der Struktur jedoch von Einrichtung zu Einrichtung sehr unterschiedlich. So brauchen Kindertageseinrichtungen im U3 Bereich andere Möglichkeiten zur Beschwerde als beispielsweise weiterführende Schulen. Kinder in inklusiven Einrichtungen können anderen Gefahren ausgesetzt sein als Kinder ohne Inklusionsbedarf. Es ist daher nicht zielführend ein gelungenes Schutzkonzept zu kopieren und in anderen Einrichtungen anzuwenden, sondern Schutzkonzepte sind immer nur für ihre individuelle Einrichtung ideal.

Institutionelle Schutzkonzepte verfolgen mehrere Ziele:

  • Sie dienen allen Personen, die mit Kindern & Jugendlichen zusammenarbeiten, als eine gemeinsame Haltung bezüglich des pädagogischen Umgangs mit Minderjährigen.
  • Sie sensibilisieren für erwünschte und unerwünschte pädagogische Handlungen.
  • Sie schaffen Sicherheit und bieten Prozessstruktur in Fällen von Kindeswohlgefährdung.
  • Sie vermitteln Kindern und Jugendlichen ihre Rechte.
  • Sie bieten Kindern und Jugendlichen Klarheit und Offenheit über den pädagogischen Umgang mit ihnen, über mögliche Grenzverletzungen und Möglichkeiten zur Beschwerde.
  • Sie vermitteln Eltern ein transparentes Bild und Sicherheit in Bezug auf den pädagogischen Auftrag der Einrichtungen.
  • Sie eröffnen die Möglichkeit zum Austausch und zur Partizipation von Kindern, Jugendlichen, Eltern und pädagogischen Fachkräften.    

Die thematischen Inhalte der Schutzkonzepte sind:

  • Das Leitbild der Einrichtung / des Trägers
  • Beteiligung & Kinderrechte leben
  • Codex – Gewaltschutz präventiv im Team gestalten
  • Beschwerdemöglichkeiten schaffen
  • Präventionsangebote
  • Interventionsleitfäden
  • Fehlerkultur in der Einrichtung
  • Möglichkeiten für Fortbildung, Fachberatung und Supervision
  • Netzwerkpartner:innen

Nicht jede Einrichtung muss alle oben genannten Punkten selber erarbeiten. Es empfiehlt sich einen Teil des Schutzkonzeptes einrichtungsspezifisch zu gestalten, da er zwingend den individuellen Voraussetzungen der Einrichtung entsprechen muss und in dem Team vor Ort vereinbart werden muss. Andere Aspekte des Schutzkonzeptes können hingegen trägereinheitlich gestaltet werden und müssen nicht pro Einrichtung erstellt werden.

Das Seminar richtet sich an alle Einrichtungen und Dienste der Kinder- und Jugendhilfe, für die institutionelle Schutzkonzepte relevant sind (Kindertageseinrichtungen, stationäre Jugendhilfe, offene Kinder- und Jugendarbeit, Pflegekinderdienst, etc.)

Schwerpunkte

Die Struktur von institutionellen Schutzkonzepten

  • Die Risiko- & Potenzialanalyse als Basis des Schutzkonzeptes
  • Die Rechte von Kindern und Jugendlichen
  • Formen von Gewalt in Institutionen
  • Die pädagogische Ampel und der Fachkräfte-Codex
  • Beschwerdemöglichkeiten für Kinder & Jugendliche schaffen
  • CIRS und Fehlerkultur in Einrichtungen
  • Möglichkeiten der Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Eltern
  • Prozesspläne & Meldepflichten bei Fällen von Kindeswohlgefährdung

beispielhafte Prozessdurchführung:

1. Fachtag

für alle Personen, die in ihren Einrichtungen Schutzkonzepte implementieren werden. Hier wird allen Teilnehmenden die Struktur, Inhalte und Besonderheiten vermittelt, damit diese nach dem Fachtag in den einzelnen Einrichtungen erarbeitet werden können.

½ tägige Veranstaltung (09:00 Uhr – 12:00 Uhr).

2. Prozessbegleitung

Erarbeitung der institutionellen Schutzpläne in den Einrichtungen durch die verantwortlichen Personen unter Einbeziehung von Kindern, Jugendlichen und Eltern. Erfahrungsgemäß brauchen diese Prozesse mindestens 6 Monate (je nach Größe der Einrichtung und fachlichen Schwerpunkten).

Prozessbegleitung persönlich vor Ort, telefonisch, per Onlinekonferenz oder Mail.

3. Implementationstag

Zum Abschluss des Prozesses kommen alle Beteiligten für eine ½ tägige Veranstaltung (09:00 – 13:00 Uhr) zusammen und berichten aus den Arbeitsprozessen. Hier gibt es Gelegenheit sich über offene Fragen auszutauschen und einzelne Schutzkonzepte zu präsentieren. Zudem wird hier das weitere Vorgehen nach dem Arbeitsprozess besprochen. Schutzkonzepte müssen durch die Einrichtungen fortlaufend evaluiert und ggf. angepasst werden. Hierzu empfiehlt es sich, dass es einzelne Vertreter:innen aus den Einrichtungen gibt, die hierzu die Prozessverantwortung übernehmen.

Kosten

Prozessschritt 1: Fachtag

Kosten: 900,-€ ½ tägig, unabhängig von der Anzahl der Teilnehmenden und der trägerinternen Schutzkonzepte. Der Preis ist umsatzsteuerfrei.

Prozessschritt 2: Prozessbegleitung (per Mail, telefonisch oder Zoom)

Kosten: 150,-€ pro Stunde. Erfahrungsgemäß werden 2 – 10 Stunden Prozessbegleitung in Anspruch genommen, im Median 4 Stunden.

Der Preis ist umsatzsteuerfrei.

Prozessschritt 3: Implementationstag (bei Bedarf)

Kosten: 900,-€ für die ½ tägige Veranstaltung unabhängig von der Teilnehmendenzahl und der trägerinternen Schutzkonzepte.

Der Preis ist umsatzsteuerfrei.

Referent

Dr. med. Markus Wegenke / Sozialarbeiter & Mediziner

Berufserfahrung als Sozialarbeiter im ASD, Kinder- und Jugendpsychiatrie & Inobhutnahmeeinrichtung.

Mehr lesen

Promotion als Mediziner am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikum Freiburg zum Thema Gewalt an Minderjährigen.

Seit Juni 2021 zusammen mit Prof. Dr. Jan Kepert Inhaber des Freiburger Zentrum für Kinder- und Jugendhilfe.

Seminar-Anmeldung

Name
Gewünschter Termin

Weitere Seminare

Vernachlässigung als Kindeswohl­gefährdung

Update insoweit erfahrene Fachkraft

Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen

Neuordnung inklusives Leistungsrecht

Kinderschutz und Datenschutz

Kinderschutz & Gefährdungs­einschätzung

Jugendhilfe trifft Medizin

Gesprächsführung im Kinderschutz

Benötigen Sie Hilfe?

Wir beraten Sie gerne zu den Seminaren