Institutionelle Schutzkonzepte (§45 Abs. 2 SGB VIII)



Institutionelle Schutzkonzepte dienen dem Schutz von Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen. Die Grundstruktur von Schutzkonzepten ist einheitlich, die individuelle Ausgestaltung der Struktur jedoch von Einrichtung zu Einrichtung sehr unterschiedlich. So brauchen Kindertageseinrichtungen im U3 Bereich andere Möglichkeiten zur Beschwerde als Inobhutnahmeeinrichtungen. Kinder in inklusiven Einrichtungen können anderen Gefahren ausgesetzt sein als Kinder ohne Inklusionsbedarf. Es ist daher nicht zielführend ein gelungenes Schutzkonzept zu kopieren und in anderen Einrichtungen anzuwenden, sondern Schutzkonzepte sind immer nur für ihre individuelle Einrichtung ideal.
Institutionelle Schutzkonzepte verfolgen mehrere Ziele:
- Sie dienen allen Personen, die mit Kindern & Jugendlichen zusammen arbeiten, als eine gemeinsame Haltung bezüglich des pädagogischen Umgangs mit Minderjährigen.
- Sie sensibilisieren für erwünschte und unerwünschte pädagogische Handlungen.
- Sie schaffen Sicherheit und bieten Prozessstruktur in Fällen von Kindeswohlgefährdung.
- Sie vermitteln Kindern und Jugendlichen ihre Rechte.
- Sie bieten Kindern und Jugendlichen Klarheit und Offenheit über den pädagogischen Umgang mit ihnen, über mögliche Grenzverletzungen und Möglichkeiten zur Beschwerde.
- Sie vermitteln Eltern ein transparentes Bild und Sicherheit in Bezug auf den pädagogischen Auftrag der Einrichtungen.
- Sie eröffnen die Möglichkeit zum Austausch und zur Partizipation von Kindern, Jugendlichen, Eltern und pädagogischen Fachkräften.

Das Seminar richtet sich an alle Einrichtungen und Dienste der Kinder- und Jugendhilfe, für die institutionelle Schutzkonzepte relevant sind (Kindertageseinrichtungen, stationäre Jugendhilfe, offene Kinder- und Jugendarbeit, Pflegekinderdienst, etc.)

Ziel:

Die Teilnehmer:innen sind vertraut mit der Planung und Erarbeitung von institutionellen Schutzkonzepten in Kooperation mit Kindern, Jugendlichen und Eltern.

Inhalte:  

· Die Struktur von institutionellen Schutzkonzepten
· Die Rechte von Kindern und Jugendlichen
· Formen von Gewalt in Institutionen
· Die pädagogische Ampel und der Fachkräfte-Codex
· Beschwerdemöglichkeiten für Kinder & Jugendliche schaffen
· CIRS und Fehlerkultur in Einrichtungen
· Möglichkeiten der Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Eltern
· Prozesspläne & Meldepflichten bei Fällen von Kindeswohlgefährdung

Termine:
1. Fachtag (09:00 Uhr - 16:00 Uhr)
für alle pädagogischen Fachkräfte, die in ihren Einrichtungen Schutzkonzepte implementieren werden. Hier wird allen Teilnehmenden die Struktur, Inhalte und Besonderheiten vermittelt, damit diese nach dem Fachtag in den einzelnen Einrichtungen erarbeitet werden können.

2. Prozessbegleitung
Erarbeitung der institutionellen Schutzkonzepte in den Einrichtungen durch die pädagogischen Fachkräfte unter Einbeziehung von Kindern, Jugendlichen und Eltern. Erfahrungsgemäß brauchen diese Prozesse 3 – 6 Monate (je nach Größe der Einrichtung und fachlichen Schwerpunkten).
Prozessbegleitung persönlich, telefonisch, per Onlinekonferenz oder Mail.

3. Abschlusstag & Präsentation,
Zum Abschluss des Prozesses kommen alle Beteiligten für eine ½ tägige Veranstaltung zusammen und berichten aus den Arbeitsprozessen. Hier gibt es Gelegenheit sich über offene Fragen auszutauschen und einzelne Schutzkonzepte zu präsentieren. Zudem wird hier das weitere Vorgehen nach dem Arbeitsprozess besprochen. Schutzkonzepte müssen durch die Einrichtungen fortlaufend evaluiert und ggf. angepasst werden. Hierzu empfiehlt es sich, dass es einzelne Vertreter:innen aus den Einrichtungen gibt, die hierzu die Prozessverantwortung übernehmen.

Das Angebot kann als Inhouse-Schulung durchgeführt werden. Anfragen an: info@fzkj.de