Hilfeplanung


Um den individuellen Situationen der Leistungsberechtigten gerecht zu werden, stehen im Fokus eines gelingenden Hilfeplanprozesses drei Säulen: der Beziehungsaufbau, der Verstehensprozess des Einzelfalles und die Ressourcenorientierung.

Ausgangspunkt des Hilfeprozesses ist die Motivation zur Veränderung der Beteiligten im Hilfeprozess. Erst wenn die Motivation erarbeitet wurde, kann hieraus ein Ziel abgeleitet werden. Erst wenn die Ziele bekannt sind, kann erarbeitet werden welche Maßnahme in Qualität und Quantität zu dem Ziel führt. Ist die Motivation unklar, sind auch die Hilfen wenig effektiv. Die aktive Partizipation von allen am Hilfeplanprozess beteiligten spielt daher eine bedeutende Rolle. Insbesondere die aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen erfordert kreative Ideen, damit junge Menschen nicht von anderen selbstbestimmt werden – sondern selbstbestimmt sind. Denn Ziele werden nicht für die Adressaten:innen der Kinder- und Jugendhilfe formuliert, sondern mit ihnen gemeinsam vereinbart.

Da der Bedarf der Leistungsberechtigten nur selten konstant ist, sich der Wille verändern kann und die Lebensumstände oft chaotisch sind, scheint eine zu starre Fokussierung auf sogenannte SMARTe Ziele eingeschränkt praxistauglich für die Soziale Arbeit. Ziele verfolgen den Anspruch, dass sie überprüfbar sein müssen, aber dennoch die notwendige Flexibilität in Bezug auf die Lebensrealität der Leistungsberechtigten abbilden können.

Die Aktivierung von Ressourcen dient dem Empowerment. Viele Problemlagen können anders als durch Einzelfallhilfen gelöst werden. Ressourcen unterstützen und begleiten die Leistungsberechtigten zudem über das Ende der Hilfe zur Erziehung weiter. Im Hilfeprozess sollte daher nicht ausschließlich auf Ziele, sondern gleichermaßen auch auf die Aktivierung von Ressourcen geachtet werden.  

Ziel: Die Teilnehmer:innen kennen die rechtlichen, fachlichen und methodischen Grundlagen in der Hilfeplanung und haben diese praktisch geübt. Es besteht Handlungssicherheit im Hilfeplanprozess.

Inhalte:

· Rechtliche Rahmenbedingungen der Hilfeplanung

· Das Wunsch- und Wahlrecht

· Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung von Eltern, Kinder und Jugendlichen

· Soziale Diagnose als Element des Verstehensprozesses

· Umgang mit Ressourcen und sozialen Netzwerken

· Zielevereinbarungen

· Praktische Übungen

Termin: 2 tägiges Seminar, 09:00 Uhr – 16:00 Uhr

Buchbar als Inhouse-Seminar.

Dozent: Markus Wegenke